Steuerliche Forschungszulage systematisch ausschöpfen

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Steuerliche Forschungszulage bis zu 1 Mio. € p.a systematisch ausschöpfen. Seit dem 01.01.20 gibt es einen weiteren Weg staatliche Förderung für Forschung und Entwicklung in Anspruch zu nehmen. Neben Fördermitteln aus der Ressortforschung der Bundesministerien kann alternativ die Forschungszulage (FZul) beantragt werden. Die Bundesregierung rechnet mit einem Fördervolumen von 5,6 Mrd. EUR pro Jahr, eine Deckelung – wie bei der Projektförderung – ist nicht vorgesehen.

Nachdem der Maximalbetrag der Forschungszulage im Rahmen des Konjunkturpaktes für die Jahre 2020 bis 2025 von T€ 500 auf T€ 1.000 jährlich erhöht wurde, ist diese auch für große Unternehmen eine echte Alternative zur Projektförderung. Schöpfen Unternehmen allein Forschungszulage vollständig aus, können sie Jahr für Jahr 1 Mio. € als Steuergutschrift realisieren.

Die wesentlichen Eckpunkte der Förderung zeigt die nachfolgende Darstellung:

Steuerliche Forschungszulage systematisch ausschöpfen

Da Fragen zur steuerlichen Forschungsförderung bereits vielfach erläutert wurden verzichten wir an dieser Stelle auf inhaltliche Ausführungen.

Steuerliche Forschungsförderung stellt neue Anforderungen

Die steuerliche Forschungsförderung stellt im Vergleich zur Projektförderung niedrigere Anforderungen an die Innovationshöhe. Viele Entwicklungsvorhaben, die den hohen Anforderungen der Projektförderung nicht genügen, erfüllen trotzdem die Ansprüche der steuerlichen Forschungsförderung. Darüber hinaus wird die steuerliche Förderung nicht jedes Jahr neu ausgeschrieben, sie läuft jetzt zumindest 5 Jahre unter gleichen Bedingungen. Im Idealfall werden die Entwicklungsprojekte laufend auf ihre Förderfähigkeit geprüft und einer Antragstellung zugeführt.

Jedoch erfolgt bisher in vielen Unternehmen die Beantragung von Fördermitteln nur bei konkreten und aussichtsreichen Anlässen. Eine anlassbezogene Nutzung der Innovationsförderung schafft jedoch nicht die notwendigen Voraussetzungen, um dauerhaft und systematisch mögliche Förderansprüche zu realisieren. In diesem Zusammenhang berichten uns Unternehmen häufig von innerbetrieblichen Herausforderungen. Einige Beispiele:

  • Entwicklungen finden verteilt in den Konzernstrukturen statt. Verantwortlichkeiten sind nicht geklärt.
  • Fördermöglichkeiten werden nicht systematisch identifiziert und selektiert.
  • Die Mitarbeiter*innen haben wenig Erfahrungen in der Antragstellung und sehen Förderprojekte als lästige Zusatzbelastung.
  • Es fehlt die Kompetenz für vergleichende Berechnungen zur Optimierung der Förderstrategie.
  • Die Beantragung von Fördermittel ist im Innovationsprozess nicht ausreichend verankert.
  • Das Berichtswesen ist auf die systematische Nutzung von Fördermittel nicht vorbereitet.

Vom Projekt zum systematischen Vorgehen

Unternehmen kommen meist mit dem Anliegen auf das Beratungszentrum zu, Bescheinigungen für aussichtsreiche Projekte beratend zu begleiten. Bei den vorbereitenden Gesprächen stellt sich dann die Frage, ob in der Unternehmensgruppe nicht weitere förderfähige Vorhaben zu berücksichtigen sind. Schnell soll eine Vielzahl von Innovationsvorhaben auf ihre Förderfähigkeit geprüft und einer Antragstellung zugeführt werden.

In einem Beratungsprojekt mussten zum Beispiel mehr als 10 Entwicklungsprojekte aus unterschiedlichen Konzernunternehmen geprüft und die aussichtsreichen FuE-Projekte beantragt werden. Die parallele Zusammenarbeit mit Projektmanager*innen unterschiedlicher Standorte erforderte einen schnellen und einheitlichen Transfer von Wissen. Vorbereitete Projektskizzen und Antragsvorlagen waren Grundlagen für die parallele Bearbeitung der Antragsunterlagen. Fehlendes Prozess- und Erfahrungswissen wurde eingebracht und Kompetenzen aufgebaut. Das Steinbeis Beratungszentrum unterstützte die Beteiligten in einer Kombination von Beratung, Schulung und organisatorischen Festlegungen.

Stellen Förderzusagen wichtige Parameter für die Priorisierung von oder die Entscheidung über Entwicklungsprojekte dar, sollte die Antragstellung kurzfristig erfolgen können. Stehen intern die personellen Ressourcen oder die erforderlichen Kompetenzen nicht zur Verfügung, kann das Fördermittelmanagement teilweise oder ganz an ein Beratungsinstitut vergeben werden. Lediglich der technische Kern muss als Zuarbeit im Unternehmen verbleiben. Unternehmen sichern sich so schlanke Strukturen und nutzen das Erfahrungswissen eines Beratungsinstitutes.

Sie möchten die steuerliche Forschungszulage systematisch im Unternehmensverbund ausschöpfen?

Beim Aufbau eines Fördermittelmanagement sollten folgende Fragen berücksichtigt werden:

  1. Verantwortlichkeiten: Entwicklungen finden verteilt in den Konzernstrukturen statt.

    > Wer ist auf Gruppenebene inhaltlich und finanziell für das Thema verantwortlich?
    > Wer übernimmt die operative Projektleitung?

  2. Identifikation und Selektion: Es gibt eine Vielzahl förderfähiger und nicht förderfähiger Projekte.

    > Steht für die Identifikation aussichtsreicher Vorhaben ein einheitlicher Rahmen zur Verfügung?
    > Nach welchen Kriterien soll die Förderfähigkeit beurteilt werden?

  3. Antragstellung: Ausarbeitung inhaltlich und formal genehmigungsfähiger Anträge.

    > Haben die Mitarbeiter*innen bereits Erfahrung bei der Beantragung von Fördermitteln?
    > Stehen standardisierte Instrumente zur Verfügung?
    > Ist sichergestellt, dass die Vorhabensbeschreibungen ein einheitlich hohes Niveau erreichen?

  4. Prozess: Fördermittel (Forschungszulage oder Projektförderung) sollen sowohl für begonnene, laufende und zukünftige Projekte beantragt werden.

    > Ist das Thema Fördermittel ein fester Bestandteil des Innovationsprozesses?
    > Sind die Abläufe innerhalb der Unternehmensgruppe, den inhaltlich Verantwortlichen und ggf. dem Beratungsinstitut geklärt?

  5. Befähigung: Für die Mitarbeiter*innen ist die Zuarbeit für die Antragstellung eine lästige Pflichtaufgabe.

    > Welche Fähigkeiten benötigen die Mitarbeiterinnen (Projektleitung und Fachabteilungen)?
    > Steht den Mitarbeiterinnen ein qualifizierter Ansprechpartner zur Verfügung?

  6. Controlling: Bewilligte Fördermittel stellen neue Anforderungen an das Controlling.

    > Ist die Erfüllung der Dokumentationspflichten sichergestellt?

Mit systematischen Fördermittelmanagement Ansprüche ausschöpfen

Steuerliche Forschungszulage systematisch ausschöpfen

Durch ein systematisches Fördermittelmanagement können Unternehmen fortlaufend die Förderfähigkeit aller Entwicklungsvorhaben prüfen, sowohl im Hinblick auf die Forschungszulage als auch auf die Projektförderung. Die nachfolgende Darstellung zeigt zusammenfassend die Elemente und den Prozess des Fördermittelmanagements:

Unternehmen vermeiden durch die Strukturierung des Fördermittelprozesses aufwändige Einzelantragstellungen. Die neu gewonnene Prozesssicherheit sorgt für effiziente Arbeitsabläufe und hohe Erfolgsquoten. Die Mitarbeiter*innen sehen die Beantragung von Fördermitteln nicht länger als lästige Pflichtaufgabe. Und nachweislich erhöhen Fördermittel die Budgets für die jeweiligen Entwicklungsvorhaben und ermöglichen damit anspruchsvollere Projektziele!

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